Samstag, 2. April 2011

Film und Theater, ein und dasselbe?


Am 2. März wurde der Autor Matthias Zschokke zu unserem Seminar eingeladen. Nachdem er Passagen aus seinem Roman Maurice mit Huhn vorgelesen hatte, hat er auf die Fragen des Publikums beantwortet. Jetzt oder nie konnten wir, Leser, Antworte kriegen...

Ich bin auf ein interessantes Detail des Lebens von Zschokke gestossen, als ich mein Referat über den oben erwähnten Roman vorbereitete: er hat nicht nur Theaterstücke und Romane sondern auch Drehbücher geschrieben, bei dessen Filme er selbst die Regie geführt hat. Da diese Form von Intermedialität mich besonders interessiert, habe ich die Gelegenheit bei dem Workshop gepackt, ihm folgende Frage zu stellen: In welchem Zusammenhang stehen seine literarischen Werke mit seinen Filmen?

Die Antwort von Matthias Zschokke hat mich etwas gestört. Er meinte, er schreibe ein Drehbuch wie ein Theaterstück. Ausserdem sei für ihn die Rolle des Filmregisseurs die gleiche wie die eines Theaterregisseurs, nämlich Schauspieler zu dirigieren. Diese Auffassung mag stimmen. Ich frage mich aber, ob man einfach so diese beiden Berufe zu einer und dergleichen Aufgabe reduzieren kann. Sind also Theater und Film schliesslich zwei Variante einer einigen Kunst, zwei Wege, um das Gleiche auszudrücken?

Meiner Meinung nach muss man bei einem Film anders als bei einem Theaterstück vorgehen. Beim Dreh eines Films wird der Regisseur nicht von der Abgeschlossenheit einer Bühne begrenzt. Er hat auch eine viel grössere Wahl (je nachdem, wie gross die Produktion ist), was die Darstellung seines Werks betrifft. Zudem wird die Perspektive ständig gewechselt, was schwierig im Theater ist, da das Publikum meistens vor der Bühne sitzen bleibt. Es sieht sich die Vorstellung unmittelbar und nicht durch das Auge der Kamera an. Es gibt noch mehr Parameter, die einen Einfluss auf die Produktionsweise eines Kunstwerks haben, und ich möchte nicht alle hier nennen.

Leider habe ich noch keinen Film von Matthias Zschokke und kann deshalb nicht beurteilen, ob seine Methode – also einen Film wie ein Theaterstück aufzufassen – gut oder schlecht ist. Ich kann nur sagen, um auch einen Impuls zu Kommentaren auszulösen, dass ich diese Auffassung begrenzt finde, da sie das Wesenmerkmal des Films – die Kamera – nicht berücksichtigt, und warte auf mögliche Cyberreaktionen...



Marie Chenu

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